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RUNDBRIEF Nr. 01

20.01.2026

Liebe Leserinnen und Leser,

zum Jahresbeginn wünschen wir Ihnen alles Gute und bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an unserem Rundbrief.

In der ersten Ausgabe des Jahres werfen wir einen kurzen Blick auf ausgewählte aktuelle Entwicklungen aus Politik und Praxis. Unter anderem informieren wir Sie über einen neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung, mit dem Planungs- und Genehmigungsverfahren im Infrastrukturbereich beschleunigt werden sollen. Zudem stellen wir eine aktuelle Studie vor, die regionale Unterschiede bei Klimarisiken in Deutschland aufzeigt. Weitere Informationen betreffen neue europäische und nationale Regelungen, etwa zu Chemikalienbewertungen und zu PFAS-Grenzwerten im Trinkwasser. Als Leseempfehlung greifen wir sowohl den IT-gestützten Infrastrukturerhalt als auch den aktuellen Konzernatlas zur zunehmenden Rolle privater Akteure zum Zugang zu Wasser auf und informieren über die Veröffentlichung des Branchenbildes der deutschen Wasserwirtschaft 2025.

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre und einen guten Start in das neue Jahr.

Ihr Team der AöW-Geschäftsstelle
Dr. Durmus Ünlü, Leonie Spahr und Anja Kutzsch

Bundeskabinett beschließt Infrastruktur-Zukunftsgesetz

Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember 2025 das Infrastruktur-Zukunftsgesetz auf den Weg gebracht, um Planungs- und Genehmigungsverfahren für Verkehrsprojekte zu verkürzen und damit neuem Straßen-, Schienen- und Brückenbau mehr Tempo zu geben. Nach Angaben der Bundesregierung sollen zentrale Vorhaben wie der Bau von Autobahnen, Schienenwegen, LKW-Parkplätzen sowie Sanierungen maroder Brücken und Wasserstraßen künftig als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft und im Genehmigungsprozess bevorzugt behandelt werden. Auch der Neu- und Ausbau von Straßen, die im Bundesverkehrswegeplan im weiteren Bedarf stehen, soll nach dieser Priorisierung berücksichtigt werden. Ziel ist es demnach, durch eine Digitalisierung der Verfahren nach dem Prinzip „digital only“ die Behördenprozesse zu modernisieren und zu vereinfachen. In dem Entwurf ist zudem vorgesehen, unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen flexibel auszugleichen. Die Finanzierung der Maßnahmen soll maßgeblich über das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität erfolgen.

Quelle und weitere Informationen: [Extern]
Bundesregierung, PM vom 17.12.2025.

UBA legt Empfehlungen für PFAS-Abweichungen in der Trinkwasserversorsung vor

Das Umweltbundesamt (UBA) hat nach Anhörung der Trinkwasserkommission eine Empfehlung zum Umgang mit Abweichungen von den neuen Grenzwerten für die Summenparameter PFAS-20 und PFAS-4 in der Trinkwasserverordnung veröffentlicht, die den Vollzug der §§ 62 bis 68 TrinkwV erläutert. Demnach müssen Gesundheitsämter, wenn sie eine Überschreitung eines PFAS-Grenzwerts zulassen, einen sogenannten Maßnahmenwert festlegen, der den Zeitraum und das zulässige Konzentrationsniveau der Abweichung bestimmt. Bei der Ableitung dieses Wertes könne auf die vom UBA bereitgestellten Maßnahmenhöchstwerte und das gesetzliche Minimierungsgebot zurückgegriffen werden, heißt es. Die Empfehlung enthält detaillierte Hinweise zur Festlegung der Werte, die zwischen dem gesetzlichen Grenzwert und den gesundheitlich begründeten Obergrenzen liegen, sowie Hilfestellungen zur Berücksichtigung toxikologisch relevanter Einzelsubstanzen. Zusätzlich sei ein Excel-Tool geplant, das Behörden bei der Anwendung unterstützen kann. Mit dem Schritt will das UBA ein einheitliches und nachvollziehbares Vollzugsverfahren beim Umgang mit PFAS-Abweichungen etablieren.

Quelle und weitere Informationen: [Extern|PDF]
Umweltbundesamt, Empfehlung des Umweltbundesamtes Umgang mit Abweichungen in Bezug auf die Parameter Summe PFAS-20 und Summe PFAS-4, Dezember 2025.

EU vereinfacht Chemikalienbewertungen mit neuem Rechtsrahmen

Zum 1. Januar 2026 sind neue EU-Regeln zur Vereinfachung von Chemikalienbewertungen in Kraft getreten, teilte die Europäische Kommission mit. Der Ansatz „Ein Stoff, eine Bewertung“ (One substance, one assessment, OSOA) soll Bewertungen über verschiedene Rechtsbereiche hinweg stärker vereinheitlichen, transparenter machen und effizienter gestalten. Betroffen sind unter anderem Spielzeug, Lebensmittel, Pestizide und Biozide. Nach Angaben der Kommission ermöglicht der neue Rahmen eine frühere Erkennung von Risiken und bei Bedarf zügigere regulatorische Maßnahmen, wodurch der Schutz von Umwelt und menschlicher Gesundheit gestärkt wird.
Kernstück des Pakets sei der Aufbau einer gemeinsamen, öffentlich zugänglichen Datenplattform für Chemikalien, die innerhalb der nächsten drei Jahre in Betrieb gehen soll. Diese Plattform werde Daten aus unterschiedlichen EU-Rechtsvorschriften bündeln und Behörden die Nutzung von Informationen erleichtern, um fundierte Entscheidungen zu unterstützen.

Quelle und weitere Informationen [Extern]:
EU-Kommission, Pressemitteilung vom 05.01.2026.

Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025 veröffentlicht

Das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025 ist veröffentlicht worden und wurde dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit übergeben. Wie aus der Quelle hervorgeht, haben ATT, BDEW, DBVW, DVGW, DWA und VKU das Branchenbild in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag sowie dem Deutschen Städte- und Gemeindebund erarbeitet und damit eine regelmäßig fortgeschriebene Bestandsaufnahme vorgelegt. Der Bericht gibt einen aktuellen Überblick über die öffentliche Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland und stellt strukturelle Entwicklungen dar. Zugleich werden künftige Herausforderungen beschrieben, darunter der Erhalt und die Modernisierung der Infrastruktur, der Schutz der Wasserressourcen und steigende Anforderungen durch Klimawandel und Regulierung. Ziel der Wasserwirtschaft ist es demnach, die hohen Qualitätsstandards dauerhaft zu sichern und zu verbessern. Zudem werden Forderungen an Politik und Verwaltung formuliert, um verlässliche und nachhaltige Rahmenbedingungen zu gewährleisten.

Quelle und weitere Informationen [Extern|PDF]:
DWA, Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025, Januar 2026.

Leseempfehlung: "Infrastrukturerhalt – IT-gestützte Planung als Antwort auf Sanierungsstau, Fachkräftemangel und Transformationsprozesse"

In der Oktober-Ausgabe 10/2025 der Korrespondenz Abwasser ist ein Fachbeitrag zum IT-gestützten Infrastrukturerhalt erschienen. Am Beispiel des AmperVerbands wird aufgezeigt, wie IT-gestützte Modelle eingesetzt werden können, um Sanierungsstau, Fachkräftemangel sowie Transformationsanforderungen systematisch zu adressieren. Grundlage ist das Modell stratIS-kanal, das vorhandene Zustandsdaten automatisiert auswertet und den klassischen Ingenieurplanungsprozess nachvollziehbar abbildet. In Verbindung mit einer Asset-Simulation entstehe ein integriertes Planungs- und Prognosewerkzeug, das technische und strategische Entscheidungen mit ihren Auswirkungen auf die Gebührenentwicklung verknüpfe.

Der Beitrag ordnet den Infrastrukturerhalt als generationenübergreifende Aufgabe der Daseinsvorsorge ein und betont die Bedeutung verlässlicher Prognosen für politische und wirtschaftliche Prioritätensetzungen. Vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen mit Privatisierung wird deutlich, dass insbesondere gemeinwohlorientierte öffentliche Unternehmen auf nachhaltige Erhaltungsstrategien und frühzeitige Reinvestitionen angewiesen sind.

Der Fachbeitrag ist hier direkt abrufbar [Extern | PDF]: M. Wolf, P. Nitzsche-John, T. Mösl, Infrastrukturerhalt – IT-gestützte Planung als Antwort auf Sanierungsstau, Fachkräftemangel und Transformationsprozesse, KA 2025, 10/2025, S. 714-728.

Klimarisikoindex macht regionale Unterschiede deutlich

Städte und Gemeinden in Küstennähe sowie entlang großer Flüsse sind laut einer aktuellen Analyse zunehmend durch die Folgen des Klimawandels gefährdet. Eine Studie der IW Consult auf Basis des Risikomodells K.A.R.L. der Köln.Assekuranz Agentur zeigt, wie stark Regionen in Deutschland heute und bis zum Jahr 2050 Naturgefahren wie Sturm, Starkregen, Hitze, Dürre und Hagel ausgesetzt sind. Der Klimarisikoindex bildet dabei die Verwundbarkeit der städtischen Infrastruktur auf einer Skala von null bis zehn ab. Besonders hoch fällt demnach die Belastung durch Sturmereignisse, Starkregen und Hitzestress aus. Jede vierte Region erreiche beim Starkregen bereits einen sehr hohen Risikowert, mit weiter steigender Tendenz.

Quelle und weitere Informationen [Extern]:
Institut der deutschen Wirtschaft, Klimarisikoindex: Welche Regionen besonders vom Klimawandel bedroht sind, 05.01.2026.

Leseempfehlung: Wasserprivatisierung im Fokus des Konzernatlas 2026

Im aktuellen Konzernatlas 2026 der Heinrich-Böll-Stiftung wird der zunehmende Einfluss privater Konzerne auf die Wasserversorgung thematisiert. Demnach gilt der Zugang zu sauberem Wasser zwar seit 2010 als Menschenrecht, gleichzeitig habe der Markt für Flaschenwasser seitdem um mehr als 70 Prozent zugelegt, mit einem Jahresumsatz von über 300 Milliarden Euro. Große Markenkonzerne würden den Weltmarkt dominieren, in den USA liege ihr Anteil bei über 70 Prozent. Die Autor*innen machen laut Atlas darauf aufmerksam, dass Flaschenwasser oft teurer sei als Leitungswasser und insbesondere einkommensschwache Haushalte belaste. Schätzungen zufolge wäre weniger als die Hälfte der weltweiten Ausgaben für Flaschenwasser ausreichend, um Hunderten Millionen Menschen dauerhaft Zugang zu sauberem Leitungswasser zu sichern. Weiterhin wird im Bericht auf die Einschätzung der Vereinten Nationen verwiesen, wonach die zunehmende Wasserprivatisierung Fortschritte beim Ziel universellen Zugangs zu sicherem Trinkwasser (SDG 6) behindere, während jährlich bis zu drei Milliarden Menschen mindestens einen Monat lang unter Wasserknappheit litten. Der Atlas stelle diese Entwicklung in den Kontext globaler Machtverhältnisse großer Konzerne und regt laut Darstellung politische Maßnahmen an, um Wasser stärker als öffentliches Gut zu schützen.

Quelle und weitere Informationen [Extern]:
Dewitz, Inka, Wasserprivatisierung: Durst auf Profit, 07.01.2026.
Heinrich Böll Stiftung, Konzernatlas 2026, Januar 2026.

AöW-Schnuppermitgliedschaft für Unternehmen in der öffentlichen Wasserwirtschaft

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Entdecken Sie unsere Arbeit: Nutzen Sie die beitragsfreie Schnuppermitgliedschaft für Unternehmen, Betriebe und Verbände aus der öffentlichen Wasserwirtschaft. Mit Stimmrecht und einer Laufzeit von 12 Monaten endet die Mitgliedschaft automatisch. Eine ideale Gelegenheit, unsere politische Arbeit kennenzulernen und uns aktiv zu unterstützen.

Näheres: https://aoew.de/ueber-uns/mitglied-werden/

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Neues von AöW-Mitgliedern

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Lippeverband feiert 100-jähriges Jubiläum

Anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums des Lippeverbandes hat der EGLV eine Website mit einer Rückschau eingestellt: jubilaeum.eglv.de. Der Lippeverband wurde am 19. Januar 1926 mit dem Ziel gegründet, die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus mit den Belangen von Natur, Gesundheit und Lebensqualität in Einklang zu bringen. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. EGLV vom 13.01.2026.

Wupperverband blickt auf Ereignisse und Meilensteine 2025 zurück

Bei der Verbandsversammlung des Wupperverbandes am 18. Dezember wurde auf das Jahr 2025 zurückgeblickt. Neben der anspruchsvollen Wassermengen- und Wassergütewirtschaft lag der Fokus des Verbandes auch auf Bau- und Optimierungsprojekten. Darunter der Start der Bauarbeiten für die neue Klärschlammverbrennungsanlage der KVB (Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH), die ab Ende 2028 schrittweise in Betrieb genommen wird. Ein weiteres großes Innovations-Projekt im Bereich Siedlungswasserwirtschaft ist für den Wupperverband der Neubau einer Kläranlage am Standort Leverkusen, in der ab 2032 die vollständige Reinigung der Abwässer aus den angeschlossenen Kommunen und Stadtteilen, z. B. Leverkusen oder Leichlingen, erfolgen wird. In der Strategie, das Messnetz zu erweitern, wurden in 2025 insgesamt 21 neue Sensoren installiert. Der Prototyp für das Dashboard des Bergischen Hochwassermeldesystem 4.0 ist bereits online, eine App soll im Sommer 2026 zur Verfügung stehen. Wupperverband vom 18.12.2025.

Radio-/TV-Beiträge zu Wasserthemen

In diesem Rundbrief können wir folgende Beiträge empfehlen (abrufbar in den externen Online-Mediatheken):
Wir möchten Sie über TV- und Radioberichte zu Wasserthemen ständig informieren. Wenn Sie Empfehlungen zu Sendungen haben, die online abrufbar sind, bitten wir um eine kurze Information an die AöW-Geschäftsstelle (info@aoew.de).

Veranstaltungshinweise

  • 21.01. und 12.02.2026, online
    Webinar „Wasserschutzgebiete – Festsetzung und Begleitung von Vorhaben“
    Externer Link
  • 04.02.2026, online
    34. Wassertechnisches Seminar (WTS) - PFAS-Grenzwerte im Trinkwasser – Und was jetzt?
    Externer Link
  • 04.-06.03.2026, Essen
    59. Essener Tagung | Resilienz der Wasserwirtschaft
    Externer Link
  • 13.-23.03.2026
    Main FlussFilmFest 2026
  • 24.-25.03.2026, Trier
    Trierer Wasserwirtschaftsrechtstag 2026 | Klimaneutralität in der Gewässerbewirtschaftung
    Externer Link
  • 26.03.2026, Berlin
    Konferenz „Kommunales Infrastruktur-Management“ – KIM 2026
    Externer Link
  • 20.04.2026, Berlin - Save the Date
    AöW-Jahrestagung
    weitere Informationen folgen
  • 04.-06.05.2026, Trier
    14. Trierer SummerSchool zum Wasserwirtschaftsrecht
    Externer Link
  • 04.05.-07.05.2026, München
    IFAT Messe
    Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand in der Eingangshalle West!
    Externer Link
Wenn Sie Empfehlungen zu Veranstaltungen haben, die für die öffentliche Wasserwirtschaft relevant sind, bitten wir um eine kurze Information an die AöW-Geschäftsstelle (info@aoew.de).
Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V.
Invalidenstr. 91, 10115 Berlin
Postfach 40534, 10063 Berlin
Tel.: 0 30 / 39 74 36 06
Fax: 0 30 / 39 74 36 83
E-Mail: info(at)aoew.de
Inhaltlich Verantwortlicher | VisdP
Dr. Durmuş Ünlü, AöW-Geschäftsführer
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