AöW-Vorschlag für Deutschen Umweltpreis 2025: Wissenschaft für eine nachhaltige Landwirtschaft


AöW-Vorschlag zum Deutschen Umweltpreis 2025

Die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e. V. (AöW) hat Prof. Dr. Friedhelm Taube für den Deutschen Umweltpreis 2025 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vorgeschlagen. Mit dem Vorschlag sollen seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seinen langjährigen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft sowie zum Schutz von Wasser, Klima und natürlichen Ressourcen gewürdigt werden.

Über mehr als drei Jahrzehnte hat Prof. Taube Forschung, landwirtschaftliche Praxis und Politikberatung miteinander verbunden. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit steht seit 1995 die Weiterentwicklung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktionssysteme, die über die klassische Gegenüberstellung von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft hinausgehen. Mit seinem Ansatz der ökologischen Intensivierung entwickelte er Konzepte, die hohe landwirtschaftliche Produktivität mit wirksamem Umwelt- und Ressourcenschutz verbinden.

Mit dem von ihm aufgebauten Forschungsschwerpunkt „Ökologischer Landbau und extensive Landnutzungssysteme“ sowie der wissenschaftlichen Leitung des Versuchsguts Lindhof schuf Prof. Taube eine europaweit beachtete Forschungsplattform. Dort entstanden innovative Ansätze wie die öko-effiziente Weidemilcherzeugung, bei der neben der Milchleistung auch die Umweltwirkungen und vermiedenen Umweltkosten in die Bewertung landwirtschaftlicher Produktionssysteme einbezogen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Erforschung und Reduzierung von Stickstoffverlusten. Mit dem interdisziplinären N-Projekt Karkendamm legte er wichtige wissenschaftliche Grundlagen für den Gewässer-, Klima- und Biodiversitätsschutz. Seine Forschungsergebnisse flossen unmittelbar in die Politikberatung ein und bildeten eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Düngegesetzgebung sowie für die Umsetzung der EU-Nitrat- und Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland.

Mit dem Konzept der Hybridlandwirtschaft entwickelte Prof. Taube schließlich einen zukunftsweisenden Ansatz, der die Stärken ökologischer und konventioneller Landwirtschaft verbindet. Gemeinsam mit internationalen Partnern, unter anderem an der Wageningen University, wurde dieses Konzept wissenschaftlich weiterentwickelt und für die landwirtschaftliche Praxis nutzbar gemacht.

Besonders hervorzuheben ist der konsequente Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Praxis und Politik. Prof. Taubes Arbeiten zeichnen sich dadurch aus, dass innovative Konzepte nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben erprobt und hinsichtlich ihrer ökologischen und ökonomischen Tragfähigkeit bewertet werden. Damit hat er entscheidend dazu beigetragen, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Lösungen für eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft zu überführen.

Mit nahezu 200 wissenschaftlichen Publikationen, seiner Berufung in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) sowie zahlreichen Auszeichnungen gehört Prof. Dr. Friedhelm Taube zu den führenden Agrar- und Umweltwissenschaftlern Europas. Sein Lebenswerk steht beispielhaft für die erfolgreiche Verbindung von exzellenter Forschung, gesellschaftlicher Verantwortung und wirksamem Wissenstransfer.