Umweltschutz

Für die Wasserwirtschaft in öffentlicher Hand bedeutet Umweltschutz schwerpunktmäßig Schutz des Wassers, daneben spielen auch Fragen des Klimaschutz‘ und der Klimafolgenanpassung eine große Rolle.

Wasser ist der Ursprung allen Lebens auf der Erde. Menschen, Tiere und Pflanzen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Wasser ist deshalb lebensnotwendig, zugleich kann verschmutztes Wasser und zu viel Wasser z.B. bei Überschwemmungen für Mensch und Umwelt auch lebensbedrohlich sein.

Da Trinkwasser lebensnotwendig und unersetzlich ist, muss der Schutz der Trinkwasserressourcen Vorrang vor allen anderen Nutzungen wie Landwirtschaft, Energiegewinnung, Industrie und Bergbau haben. Während die Abwasseraufbereitung in kommunalen Kläranlagen einen wesentlichen Beitrag zum Gewässerschutz leistet und Einträge von Nährstoffen und Chemikalien in die Gewässer in den letzten Jahrzehnten drastisch reduzieren konnte, gelangen weiterhin zu viele unerwünschte Stoffe aus diffusen Quellen ins Grundwasser und die Oberflächengewässer. Um die Gewässer besser zu schützen, muss der Eintrag von Nährstoffen (insbesondere Nitrat) und Pestiziden aus der Landwirtschaft dringend reduziert werden. Die Techniken des Fracking, CCS und der Laugenversenkung  dürfen aus Vorsorgegründen nicht angewendet werden.

Sogenannte anthropogene Spurenstoffe (z.B. Arzneimittel, Pflanzenschutzmittel, Biozide, Duftstoffe) können schon in geringen Konzentrationen Wirkungen auf die aquatische Umwelt haben. Deshalb ist die Vermeidung bzw. die Verminderung der Einträge von Spurenstoffen in den Wasserkreislauf eine dringende Notwendigkeit.  Ergänzend kann eine erweiterte kommunale Abwasserreinigung dort zum Einsatz kommen, wo Vermeidungs- bzw. Verminderungsstrategien nicht ausreichen und dies gewässerspezifisch geboten ist. In diesem Fall sind die Verursacher an den Kosten angemessen zu beteiligen.

Abschlussbericht zum Nationalen Wasserdialog

Am 8. Oktober 2020 wurden die Ergebnisse des im Jahr 2018 gestarteten Nationalen Wasserdialogs der Öffentlichkeit vorgestellt.

In zusammengefasster Form durch „Kernbotschaften des Nationalen Wasserdialogs“ stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die vereinbarten Ziele und Aktionen für die zukünftige Entwicklung der deutschen Wasserwirtschaft bis zum Jahr 2050 und darüber hinaus vor.

Europäisches Parlament: Entschließung zu Arzneimittel-Strategie der EU

Am 17. September hat das Plenum des Europäischen Parlaments mit großer Mehrheit eine Entschließung zu Arzneimitteln in der Umwelt verabschiedet.

Gefordert wird ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbeziehung aller betroffenen Akteure, wobei der gesamte Lebenszyklus von Arzneimitteln zu berücksichtigen sei. Regulierungsmaßnahmen müssten am Ursprung im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip und dem Grundsatz, dass Umweltschäden vorrangig am Ursprung zu beheben sind, ergriffen werden.

Chemikalien: Anpassung der Beobachtungsliste zur EU-Wasserrahmenrichtlinie

Die EU-Kommission hat die Beobachtungsliste zur EU-Wasserrahmenrichtlinie zum zweiten Mal seit 2015 angepasst. Diese Liste enthält Chemikalien, deren Überwachung schwierig ist oder verstärkt werden soll. Die EU-Mitgliedstaaten müssen sie in Gewässern an repräsentativen Probenahmestellen messen. Dies teilte das UBA Ende August mit. Die Beobachtungsliste wurde mit Durchführungsbeschluss (EU) 2020/1161 der Kommission aktualisiert.

„Vorrang der notwendigen Versorgung der Menschen mit Trinkwasser langfristig sicherstellen und Nutzungskonkurrenzen lösen“

Angesichts der letzten Hitzesommer und der resultierenden Wasserknappheit in einzelnen Kommunen hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze eine „Nationale Wasserstrategie“ angekündigt, die Prioritäten und verbindliche Regelungen bei der Wassernutzung festlegen soll. Prof. Dr. Lothar Scheuer, Vorstand Aggerverband und Präsident der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW) kommentiert: „Die AöW begrüßt ausdrücklich den Vorstoß der Bundesumweltministerin für eine ,Nationale Wasserstrategie‘.

Wasserschutz-Weizen wächst jetzt auch in Rottenburg

Rottenburger Gruppe

Die Wasserschutz-Landwirte verzichten beim Anbau ihres Wasserschutz-Weizens auf die letzte Stickstoff-Gabe. Weniger Dünger bedeutet, dass weniger schädliches Nitrat in das Grundwasser gelangen kann. So schützen die Landwirte aktiv unser Trinkwasser. Der regional und grundwasserschonend angebaute Weizen wird in einer Mühle aus der Region getrennt vermahlen und auch separat gelagert. Anschließend gelangt dieses Mehl ausschließlich zu den an diesem Projekt beteiligten Bäckereien. Aus dem weniger gedüngten Wasserschutz-Weizenmehl stellen die Bäckereien dank ihrer handwerklichen Kompetenz hochwertige Backwaren her.

„Leitungswasser trinken vermeidet Plastik und CO₂“

Am 5. Juni ist Weltumwelttag

AöW-Vizepräsident Hans-Hermann Baas zeigt zum Tag der Umwelt die Vorzüge von Wasser aus dem heimischen Hahn auf: „Die regionale Trinkwasser­versorgung leistet einen wichtigen Umweltbeitrag. Denn sie vermeidet im Vergleich zum Flaschenwasser aus dem Supermarkt zusätzliche Transporte und Plastik für die Flaschenherstellung.