Menschenrecht auf Wasser

Am 28. Juli 2010 hat die UN-Vollversammlung als höchstes Gremium der Vereinten Nationen in einer Resolution das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung explizit anerkannt. Die Resolution unterstreicht, dass dieses Recht essenziell für das menschliche Überleben und die Verwirklichung anderer Menschenrechte ist. Sie stellt dabei beide Elemente Wasser und Sanitärversorgung auf eine Stufe.

Resolution der Generalversammlung der UN: „Das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung“ (PDF)

Im Herbst 2012 startete „Right2water Wasser und Sanitärversorgung sind ein Menschenrecht“, die erste erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative. Den Anstoß gaben zwei Entwicklungen: Erstens die Enthaltung mehrerer EU-Mitgliedstaaten, als das Menschenrecht auf Wasser in der UN-Vollversammlung anerkannt wurde. Zweitens die wiederholten Liberalisierungsversuche der EU-Kommission in Bezug auf den Wassersektor, zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der Konzessionsrichtlinie.

Es ist der hohen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Initiative zu verdanken, dass in den Verhandlungen auf EU-Ebene zur Konzessions-Richtlinie der Wassersektor aus dem Geltungsbereich der Richtlinie ausgenommen wurde.

AKTUELLE BEITRÄGE ZUM THEMA

Es ist 10 Jahre her, dass sauberes Wasser zum Menschenrecht erklärt wurde – und es gibt noch viel zu tun

Maude Barlow im kanadischen National Observer

10 Jahre Menschenrecht auf Wasser: In ihrem Beitrag vom 28. Juli 2020 fasst Maude Barlow den weltweiten Einsatz um Wassergerechtigkeit vor und nach diesem Meilenstein zusammen. Der Kampf um die Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser war überraschend heftig und bitter. Die privaten Wasserversorger und die Mineralwasserindustrie, die Weltbank, die die Privatisierung des Wassers in Entwicklungsländern förderte, der World Water Council und viele wohlhabende Länder des Nordens, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada, lehnten dies ab.