Empfehlung

Öffentliche Dienste nicht privatisieren

Gastbeitrag von UN-Sonderberichterstatter*innen

22.10.2020 | Frankfurter Rundschau

Die Corona-Krise zeigt, wie schädlich es ist, wenn staatliche Aufgaben kommerzialisiert werden. Was wir jetzt brauchen, ist ein radikaler Richtungswechsel, nachdem jahrzehntelang soziale Güter und Dienstleistungen an private kommerzielle Akteure ausgelagert wurden. Dies hat häufig zu Ineffizienz, Korruption, schwindender Qualität, steigenden Kosten und einer daraus resultierenden Verschuldung der Haushalte geführt, wodurch die Armen weiter an den Rand gedrängt und der soziale Wert von Grundbedürfnissen wie Wohnung und Wasser untergraben wurde.

Es ist 10 Jahre her, dass sauberes Wasser zum Menschenrecht erklärt wurde – und es gibt noch viel zu tun

Maude Barlow im kanadischen National Observer

10 Jahre Menschenrecht auf Wasser: In ihrem Beitrag vom 28. Juli 2020 fasst Maude Barlow den weltweiten Einsatz um Wassergerechtigkeit vor und nach diesem Meilenstein zusammen. Der Kampf um die Anerkennung des Menschenrechts auf Wasser war überraschend heftig und bitter. Die privaten Wasserversorger und die Mineralwasserindustrie, die Weltbank, die die Privatisierung des Wassers in Entwicklungsländern förderte, der World Water Council und viele wohlhabende Länder des Nordens, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada, lehnten dies ab.